Leserbrief: „Es wird nie genug sein“

Leserbrief zum Artikel in der Badischen Zeitung vom 17.9. „ Tourismus soll gestärkt werden“

Es wird nie genug sein

Mit einer zusätzlichen Marketingoffensive wollen die Bürgermeister der in der „Erlebnisregion Europa Park“ eingemeindeten Kommunen, dem Tourismus zusätzlich Schub verleihen.

Wohlgemerkt, nicht der Ortenau, dem Breisgau oder dem Hochschwarzwald sollen die gebündelten Initiativen zu gute kommen, sondern der „Erlebnisregion Europapark“, vermutlich wird man in Kürze auch die Region „Südbaden“ in „ Mackgau“ umbenennen!

Als ob die Tentakel des Europa Parks nicht schon längst alle Regionen zwischen Offenburg und Freiburg erreicht hätten, ist man der Meinung, dass es längst nicht genug sei.

Gemäß dem Motto: „ In der Zitrone ist noch Saft, also lasst uns die letzten Tropfen noch auspressen“,will man dem bereits vorhandenen Massentourismus, nun endgültig „ die Zügel schießen „ lassen.

Wie viele Hotels, Pensionen und Fremdenzimmer gibt es außerhalb des Europa Parks bereits in Rust, es müssen Hunderte sein!

In Ettenheim, insbesondere auch in Ringsheim, wachsen neue Hotels, neue Pensionen, neue Ferienhauskomplexe quasi über Nacht aus dem Boden!

Dazu kommt die ohnehin, angeblich grassierende „Wohnungsnot“, welches unsere zumeist bauwütigen Bürgermeister veranlasst, ein neues Baugebiet nach dem anderen zu erschließen, siehe jüngst Rheinhausen, der „ Hauptstadt der Baukräne“

Lesen kann man in dem Bericht nichts über Naturschutz (rudimentär ist ja noch ein bisschen was da) nichts über Klimaschutz, nichts über Luftverschmutzung und vor allem: nichts über das Recht der hier lebenden Einwohner nach einem lebenswerten Leben, also dem „Menschenschutz“.

Bereits jetzt herrscht Vielfältiger Mangel an fast allen Ressourcen, welche dieser schöne, einzigartige Planet uns zu Verfügung gestellt hat, aber unser Wohlstand reicht noch nicht, er wird nie reichen!

So werden wir lächelnd ( oder grinsend?) wie die Bürgermeister auf dem Foto in der BZ, unserem schnellen Ende entgegengehen, voll Glauben an einen angeblichen Fortschritt,( also ans Geld!) und unverantwortlich gegenüber künftiger Generationen!

Axel Moser

Leserbrief: Flächenverbrauch in Kenzingen

Nachdem der Zuzug in unsere Region ungezügelt voran geht, obwohl Baden-Württemberg mit ca.320 Einwohnern/qm eines der dichtbesiedelsten Bundesländer ist, geht auch das Erschließen neuer Wohnsiedlungen und Gewerbegebiete unvermindert weiter.

Im Vergleich dazu, hat Bayern eine aktuelle Bevölkerungsdichte von 186 Einwohnern/qm, Sachsen-Anhalt 107 EW/qm und Mecklenburg-Vorpommern 69EW/qm!

Das Grundgesetz der BRD, Artikel 72, spricht von der „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet“ .

Hier wäre der Bund, die Regierung verpflichtet einzugreifen, Sie tut es aber nicht!

Anstatt die „Global agierende Wirtschaft“ dorthin geht, wo die Menschen Ihre Heimat aber keine Arbeitsplätze haben, wird den hier angestammten Bürgern Ihre Heimat zubetoniert!

Mit der Umwidmung oder dem Neubau von Hotels oder Ferienwohnungen, wird den Wohnungssuchenden Wohnraum entzogen, gleichzeitig geht das „Wettrennen auf der grünen Wiese“ weiter.

Darauf bezieht sich auch der nachfolgende Beitrag unserer Mitglieder Stafan Rieder und Theo Maurer:

Heuchlerei oder Ignoranz?

Am 10.März 2021 kam die Meldung, dass die Stadt Kenzingen dem Klimaschutzpakt des Landes beitritt. Bürgermeister Guderjan wurde in der BZ mit folgenden Worten zitiert: Die Unterstützung des Klimaschutzpaktes unterstreicht, dass die Stadt Kenzingen beim Klimaschutz aktiv ist.

Nur zwei Monate später, beschließt die Stadt Kenzingen zwei wertvolle Ökologische Flächen, die nicht nur für den Klimaschutz bedeutend sind zu vernichten. 

Eine Wiese, die einst zum Elzwiesenwässerungssystem gehörte, der Stadt und den Bürgern zur Versorgung diente und heute zu einem wertvollen Biotop neben einem Industriegebiet geworden ist. Gemeinderäte führten an, dass die triste Außenfläche eine optische Aufwertung erfahren würde. Dieses Biotop ist bereits von der Natur gestaltet und benötigt keinerlei optische Aufwertung durch Beton, Teer oder sonstiger architektonischer Eingriffe.

Mit Wohnmobilen versuchen Menschen der Natur nahe zu kommen und sie zu erleben. Merkwürdig nur, dass in Kenzingen dafür Natur vernichtet werden muss. Und das nur, weil man sich erhofft, dass die dort parkenden Personen evtl. zu Fuß in die Innenstadt gehen werden um dort in Geschäften einzukaufen, die doch größtenteils gar nicht mehr existieren.   

Flächenverbrauch und kein Ende in Sicht. Der Pfannenstiel, es sollte sich jeder die Mühe machen und diese idyllische, intakte Natur am nördlichen Ortsausgang Kenzingens zu betrachten und sich dann die Bebauung, bzw. Vernichtung der Flächen vorstellen.  

Ist die Wohnungsnot wirklich so groß, oder sind die Zinsen zu niedrig und Kapital muss gewinnbringend investiert werden, koste es was es wolle?

Ein paar wenige Eigentümer, Investoren und Planer werden sehr viel Geld verdienen, die Allgemeinheit zahlt die Zeche und wie immer bleibt die Natur auf der Strecke.

Es bleibt zu wünschen, dass die Befürworter und Entscheidungsträger dieser beiden Projekte darüber nachdenken, was den nächsten Generationen noch bleibt, außer die Vergehen dieser unserer Generation zu beseitigen.  

Mehr Informationen:

Stadt Kenzingen: Bebauungsplan Wohnmobilstellplatz

Gemeindeverwaltungsverband Kenzingen-Herbolzheim: Flächennutzungsplanänderung Bereich „Wohnmobilstellplatz“

Badische Zeitung Juli 2019: Ein Parkplatz für 55 Wohnmobile beschäftigt den Kenzinger Gemeinderat erneut.

Badische Zeitung Dezember 2019: Stellplatz statt Grünfläche

Badische Zeitung Juli 2021: Kenzingen will einen Wohnmobilstellplatz für 56 Wohnmobile schaffen

Bund könnte Seilbahn zahlen

Lahrer-Zeitung.de

Am 15 Februar fand ein digitaler Austausch der CDU statt, an dem, neben der CDU-Landtagsabgeordneten Marion Gentges und der Kippenheimer CDU auch der Staatssekretär des Bundesministeriums für Vekehr und digtale Infrastruktur, Steffen Bilger, teilnahm. Im Zuge des Austauschs kam auch das derzeit stillgelegte geplante Seilbahnprojekt des Europapark Rust zur Sprache, für das Herr Bilger eine Förderung durch den Bund von bis zu 75% in Aussicht stellte.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter https://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.kippenheim-bund-koennte-seilbahn-zahlen.43c88ead-8628-458e-bd0e-28dd5fd4c191.html

Corona macht Europa-Park leiser

Lahrer Zeitung

Nach längerer, coronabedingter Pause hat sich das Organisationsteam der Bürgerinitiative „Jetzt langt´s“ am vergangenen Dienstag zum ersten Mal wieder getroffen.

Die Initiative, die sich für den Erhalt unserer lebenswerten Region stark macht, sieht vor allem den Expansionsdrang des Europaparks mit allen dazugehörenden Folgen sehr kritisch.

Die „Lahrer Zeitung“ hat unsere Presse-Mitteilung zum Anlaß für ein kurzes Telefon-Interview genommen und anschließend diesen Bericht veröffentlicht:

https://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.rust-corona-macht-europa-park-leiser.806b5d53-76fa-48db-ada7-2bdbabe78d59.html

Jetzt langt’s – Bürgerinitiative kritisiert Verhalten von Europaparkbetreibern

Baden TV Süd

Spaß haben, laut lachen und schreien – das gehört beim Besuch von Deutschlands größtem Freizeitpark, dem Europapark, einfach dazu. Doch was für die Einen eine riesen Gaudi, sitzt den Anderen schon länger auf der Leber. Denn viele Anwohner in direkter Nachbarschaft zum Park fühlen sich gestört – unter anderem vom Lärm der Fahrgeschäfte und außerdem vom täglichen Verkehrsaufkommen im Ort selbst.

https://baden-tv-sued.com/jetzt-langts-burgerinitiative-kritisiert-verhalten-von-europaparkbetreibern/