SWR Beitrag „Unser Wasser“

Wer gestern Abend den Beitrag „Unser Wasser“ im SWR gesehen hat, dem müsste jetzt, nach menschlichen Ermessen, klar sein, dass wir so wie bisher nicht mit unserem Wasser umgehen können.

Umso mehr muss es doch verwundern, wenn kostbares Trinkwasser, zur Bespaßung breiter Bevölkerungsschichten vergeudet wird.

Nicht nur der Europa Park, sondern die mittlerweile unzähligen Hotels und Pensionen in Rust und Umgebung verbrauchen „just for fun“ Wasser ohne Ende.

Die DEHOGA ( Deutscher Hotel und Gaststättenverband), gibt je nach klassifizierung der Unterkunft, einen Wasserverbrauch pro Person und Übernachtung,von 175l bis 350l an!

Laut Statistik des Statistischen Landesamtes, übernachten alleine in Rust, knapp 1 MILLION Menschen im Jahr!!

Die BI „jetzt langts“ konnte mit Hilfe eines Limnologen erreichen, dass die untere Wasserbehörde beim Landratsamt Lahr nun bereit ist, konkrete Zahlen offen zu legen – noch sind die angekündigten Zahlen nicht da.

Wir werden darüber noch an anderer Stelle berichten.

Leserbrief zum Wasserpark Rulantica „Landschaftsfressend und naturzerstörend“

In dem zur täglichen Hauspostille des Europaparks herabgekommenen Ettenheimer Teil der Badischen Zeitung findet sich am 24. August sogar eine Einladung zu einer BZ-Sommeraktion, bei der vermeintlichte Natur- und Ökoprojekte wie „Bienenhaus“, „Insektenhotel“,“Reptilien – Refugium“ oder gar noch „Fledermauskorridore“ darüber hinwweg täuschern sollen, was der Park durch seine fortschreitend landschaftsfressende und naturzerstörerische Vorgehensweise und den nie bekannt gegebenen immensen Wasserverbrauch durch die Vielzahl an Hotels und durch das Spaßbad Rulantica, an ökologischen und landschaftsbildenden Vergehen bewirkt hat. In Rust, Kappel oder Grafenhausen erleben Einheimische durch erstmalige Versiegen ihrer Hausbrunnen die wirklichen ökologischen Auswirkungen des Unternehmens Europapark.

Robert Krais, Ettenheim


Lesebrief in der Badischen Zeitung vom 01.09.2022

BZ-Leser erleben den Lebensraum für Tiere rund um Rulantica – Badische Zeitung vom 24.09.2022

Petition der ÖDP gegen den Bau einer Seilbahn durch den Taubergießen abschlägig beschieden

Die von der ÖDP initiierte Petition gegen den Bau der vom Europa Park angekündigten Seilbahn in das benachbarte Elsaß, wurde nun vom Landtagtag Baden-Württemberg in seiner 44.Sitzung am 21.7.2022 abschlägig beschieden.

Die Petition hatte etwa 1700 Unterzeichner gewinnen können.

In seiner Begründung geht der Landtag nochmals auf die allgemein bekannten „Ideen“ ein (umweltfreundliches Transportmittel/ Verkehrsentlastung etc.), erwähnt aber auch die hohen Hürden für eine baurechtliche Genehmigung einer Anlage im Zusammenhang mit einem NATURA 2000 Gebiet.

Da jedoch weder dem Verkehrsministerium, noch dem Regierungspräsidium konkrete Bauanträge vorliegen, läuft die Petition quasi ins „Leere“.

Der Landtag weist darauf hin, dass es jedermann gestattet sei, Projektideen zu entwickeln und empfiehlt dem Petenten, sich beim Vorhabenträger direkt nach dem aktuellen Sachstand zu erkundigen.

Anmerkung der BI jetzt langts: In einem aktuellen Beitrag des SWR erklärte der Geschäftsführer des Euro Parks, Engelbert Gabriel, auf wiederholte Nachfrage, dass die Pläne für eine Seilbahn definitiv “ gestoppt“ seien.

Wortwörtlich:“ das Seilbahnprojekt ist komplett auf…..äh, gestoppt worden und von daher gibt es eigentlich auch nichts zu sagen.“

Diese Aussage spricht für sich selbst!

Rückblick: Demonstration gegen das Europa Valley

Am 03.07.2022 war die erste gemeinsame und gleichzeitig auch sehr erfolgreiche Aktion mit dem französischen Kollektiv „Le chaudron des alternatives“. Vorrangiges Ziel der Aktion war ein gemeinsames Statement gegen den Bau des geplanten Europa Valley im elsässischen Diebolsheim und damit gegen die Seilbahn „durch die Hintertür“ durch das Naturschutzgebiet Taubergießen zu setzen. Wir fanden aber, dass es außerdem eine gute Gelegenheit wäre, auch einmal Tacheles zu reden über den Expansionswahn des Europa-Park, die Zunahme von Lärm, Verkehr und Übertourismus und gegen die stetige Abnahme der Lebensqualität in und um Rust.

Kundgebung in Rhinau

Um 10.15 Uhr trafen sich einige Mitglieder unserer BI, um gemeinsam zum ersten Treffpunkt und Kundgebungsplatz vor die Tourist-Info in Rhinau im Elsaß zu radeln, wo wir uns auf 11 Uhr mit unseren Freunden des Kollektivs „Le chaudron des alternatives“ zur Kundgebung, Presseterminen und einem gemeinsamen Picknick trafen. Zahlreiche Demo-Teilnehmer kamen auch mit dem Auto, sodass sich auf dem Platz um die 100 Leute versammelt hatten. Es wurden Reden gehalten, lautstark demonstriert und auf einer Landkarte erörtert, wo das Europa Valley entstehen soll. Unsere französischen Freunde boten uns – gastfreundlich wie die Franzosen sind – Deftiges und Süßes zum Picknick an. Neben Teams der lokalen Presse und des Radios von France Bleu Alsace, DNA (Dernière Nouvelles d’Alsace), berichteten auch zwei lokale Fernsehteams von BFM Alsace und France 3 télévision von der Aktion und interviewten die Organisatoren. (Links siehe unten)

Fahrradkonvoi nach Rust

Gegen 14 Uhr machten sich ein Großteil der Teilnehmer per „Vélo“ auf den Weg zum zweiten Teil der gemeinsamen Protestaktion. Ein beeindruckend langer Konvoi von Rädern fuhr in Begleitung der Polizei durch Kappel in Richtung Rust, wo man um 14.30 Uhr auf der Bachbrücke/Austr. auf eine Gruppe bereits versammelter Demonstranten mit ihren Bannern und Schildern traf, um dann gemeinsam zu Fuß am Haupteingang des Europa-Parks entlang, vorbei an offensichtlichen „Abgesandten“ desselben, zum zweiten Kundgebungsplatz vor der Skaterbahn zu ziehen. 

Kundgebung in Rust

Am Ende waren wieder ca. 120 Menschen versammelt, die den Rednern laut jubelnd beipflichteten.

Auch hier waren Vertreter der Presse an unserer Aktion interessiert (Badische Zeitung, Lahrer Zeitung) und im Nachgang wurde auf SWR aktuell über die Demo berichtet (siehe Link) 

Gegen 15.30 Uhr wurde die Kundgebung offiziell für beendet erklärt und man verabschiedete sich von den neuen französischen Freunden. 

Fazit: Obwohl eine Demonstration für unsere BI noch unbekanntes Neuland war, konnten wir überraschend viele Menschen mobilisieren. Das zeigt uns, wie vielen Menschen, denen unsere Heimat und die Natur am Herzen liegen, wir aus der Seele reden. Es war eine tolle Erfahrung und wir werden weiter machen.

 


Weiterführende Links:

SWR – Widerstand gegen Europapark-Expansionspläne

Merkur – „Völlig inakzeptabel“: Vergrößerung des Europa-Parks erfährt heftigen Gegenwind

Badische Zeitung – 120 Menschen demonstrieren gegen Expansion des Europa-Parks

France 3 – Europa Park : écologistes et riverains manifestent contre un projet d’expansion

le chaudron des alternatives – La Velo’rution transfrontalière en images

France Bleu – Europa Park : Jetzt Lang’s, cette association allemande qui s’oppose aux projets d’extension du parc

DNA – Vélorution transfrontalière contre la « bétonisation au détriment des espaces naturels »

BFM Alsace – Rhinau: des habitants s’opposent au projet Europa Vallée

Mitwelt.org – Protest gegen Europa-Park & Seilbahn über den Taubergießen

Mitwelt-org – Europa-Park „Verdoppelung“: Kritik & Overtourism

Badische Zeitung Pressemeldung „Zum Nachteil der Landwirte – Flächen- und Wasserverbrauch“

Sowohl die Mitglieder des BLHV-Ortsvereins Oberhausen als auch die Bürgerinitiative „Jetzt langt’s“ sehen den zunehmenden Flächenverbrauch als großes Problem. Das teilt die BI nach einem Treffen mit BLHV-Mitgliedern mit. Es gehe „um nichts Geringeres als um den Entzug wertvollen Ackerlandes für den Anbau von Lebensmitteln, um eine vom Ausland unabhängige Lebensmittelversorgung“. Ein weiteres Problem für die Landwirte stelle in Zeiten nachlassender Niederschläge die Versorgung der Felder mit künstlicher Bewässerung dar. Während die Entnahme von Grundwasser kontingentiert sei, werde die Region mit Hotels, Ferienressorts und Spaßbädern, Betrieben mit hohem Wasserverbrauch, „überschwemmt“, obwohl oberste Priorität eigentlich die Versorgung der Bevölkerung sein sollte. Zwischen den Interessen der Landwirte und den Zielen der Bürgerinitiative bestehe große Übereinstimmung bei diesen Themen, so das Fazit des Austauschs. Künftig wolle man enger zusammenarbeiten.

Badische Zeitung – 30. April 2022

Bürgerentscheid zum Pfannenstiel am 06.03.2022 in Kenzingen

Die BI Pfannenstiel setzt sich für den Erhalt der Naturlandschaft ein:

„Mit der klaren Botschaft „Pfannenstiel – unsere Kenzinger Natur-Perle erhalten“ wollen wir alle Bürgerinnen und Bürger in einem Bürgerentscheid dazu aufrufen, über den Erhalt dieser einzigartigen Naturlandschaft und unseres sehenswerten Ortseingangs abzustimmen. Wir müssen den Pfannenstiel schützen und bewahren, er ist ein wichtiger Teil von Kenzingen.“

Die Bürgerinitiative ruft zur Teilnahme am Bürgerentscheid am 06. März 2022 mit diesem Video auf.