Badische Zeitung Pressemeldung „Zum Nachteil der Landwirte – Flächen- und Wasserverbrauch“

Sowohl die Mitglieder des BLHV-Ortsvereins Oberhausen als auch die Bürgerinitiative „Jetzt langt’s“ sehen den zunehmenden Flächenverbrauch als großes Problem. Das teilt die BI nach einem Treffen mit BLHV-Mitgliedern mit. Es gehe „um nichts Geringeres als um den Entzug wertvollen Ackerlandes für den Anbau von Lebensmitteln, um eine vom Ausland unabhängige Lebensmittelversorgung“. Ein weiteres Problem für die Landwirte stelle in Zeiten nachlassender Niederschläge die Versorgung der Felder mit künstlicher Bewässerung dar. Während die Entnahme von Grundwasser kontingentiert sei, werde die Region mit Hotels, Ferienressorts und Spaßbädern, Betrieben mit hohem Wasserverbrauch, „überschwemmt“, obwohl oberste Priorität eigentlich die Versorgung der Bevölkerung sein sollte. Zwischen den Interessen der Landwirte und den Zielen der Bürgerinitiative bestehe große Übereinstimmung bei diesen Themen, so das Fazit des Austauschs. Künftig wolle man enger zusammenarbeiten.

Badische Zeitung – 30. April 2022

Bürgerentscheid zum Pfannenstiel am 06.03.2022 in Kenzingen

Die BI Pfannenstiel setzt sich für den Erhalt der Naturlandschaft ein:

„Mit der klaren Botschaft „Pfannenstiel – unsere Kenzinger Natur-Perle erhalten“ wollen wir alle Bürgerinnen und Bürger in einem Bürgerentscheid dazu aufrufen, über den Erhalt dieser einzigartigen Naturlandschaft und unseres sehenswerten Ortseingangs abzustimmen. Wir müssen den Pfannenstiel schützen und bewahren, er ist ein wichtiger Teil von Kenzingen.“

Die Bürgerinitiative ruft zur Teilnahme am Bürgerentscheid am 06. März 2022 mit diesem Video auf.

Gegendarstellung zum Bericht der Badischen Zeitung vom 31.12.2021 „Europapark will Verbrauch drosseln“

Die Europaparkmitarbeiter Gehring und Klaiber bezeichnen den Europapark aktuell als nachhaltig, von ressourcenschonendem Arbeiten wird gesprochen. Ein Versuch, den Europapark als ökologisch wertvoll darzustellen? ( Green Washing)

Licht, das die ganze Nacht leuchtet, mag zwar werbewirksam sein und Besucher anlocken, zugleich stört es aber Mensch und Tier und verbraucht viel Energie.

Ökologisch wäre allein, alle überflüssigen Lichtquellen abzuschalten!

Auch wenn die Zahl des selbst erzeugten Stromes von 30% stimmen würde, so wird der Löwenanteil in Blockheizkraftwerken erzeugt, die Gas verbrennen und CO2 freisetzen. Um den Energiebedarf des Europaparks durch solar erzeugten Strom zu decken, würde man eine Fläche benötigen, die größer ist als die 95 Hektar Fläche des Parks selbst. Das würde theoretisch aber auch nur funktionieren, wenn die Sonne scheint.  

Fragwürdig bleibt auch die hohe Müllrecyclingrate, hat man doch noch in den vergangenen Jahren aus wirtschaftlichen Gründen die weiß eingefärbten Weihnachtsbäume mitsamt ihrer Beleuchtung geschreddert.

Dass der Europapark versucht hat Gebäudeflächen zu begrünen, hat wohl mehr mit Imagepflege zu tun als mit Ökologie. Hat man doch erst unlängst für den Bau des Wasserparks 40 Hektar wertvollste Flächen zubetoniert. An dieser Tatsache können auch einige, auf Parkplatzflächen aufgestellte Bienenhotels und Nistkästen, nicht hinwegtäuschen.

Zum Wasserverbrauch und den Angaben des Europaparks bleibt zu sagen, dass nicht nur die Gemeinde Rust, sondern auch das Landratsamt und das Regierungspräsidium keine Angaben über den tatsächlichen Wasserverbrauch des Europaparks haben.

Es müssen enorme Größenordnungen sein, aber anscheinend soll davon nichts öffentlich werden. Der gewaltige Wasserverbrauch in der Region wird natürlich auch von den ständig neu entstehenden Hotels im näheren Umland angeheizt.

Dabei gilt es zu bedenken, dass viele Umlandgemeinden zur Versorgung der Bevölkerung  auf der Suche nach geeigneten Grundwasserquellen sind, so hat z.B. Herbolzheim hierfür bereits 800.000 Euro an Steuergeldern investiert.

Der täglich 2malige Halt des ICE´s in Ringsheim ist grundsätzlich positiv zu bewerten, allerdings sind die Beförderungskapazitäten von 430 Personen pro Zug und Fahrt ein Tropfen auf den heißen Stein gemessen an der Gesamtzahl der Besucher des Europaparks ( s. Pressebericht in der BZ vom 2.6.21).

Fazit: solange Wachstum als Gesellschaftsmodell das Maß aller Dinge ist, wird der Bedarf an Energie und Wasser steigen, es gibt keine Form der Energiegewinnung, welche nicht in die Natur, in die Ökologie, eingreift!

Diesem Diktat ist auch der Europapark unterworfen.

Ohne Verzicht auf Wachstum, keine Ökologie. Alles andere ist schöner Schein!

Das Nachhaltigkeitsteam des Europaparks ist ob seiner schier unlösbaren Aufgabe nicht zu beneiden und dient wie so vieles eher der Imagepflege.  Wir müssen endlich sagen: „jetzt langt´s!“

BI Jetzt langts


Badische Zeitung vom 31.12.2021 – Wie der Europa-Park den Verbrauch drosseln will / Überschrift wurde geändert in: Wie der Europa-Park auf Nachhaltigkeit setzt

Leserbrief zum umstrittenen Baugebiet Pfannenstiehl in Kenzingen

Leserbrief zur Gemeinderatssitzung vom 18.11.2021 zum Tagesordnungspunkt Bebauung Pfannenstiel

Schade, dass die Fragen der Bürgerinnen und Bürger, wie z.B. „Weshalb eine solch massive Bebauung?“, „Warum mehr als 1000 neue Einwohner?“, „Weshalb dieses ökologisch hochwertige Gebiet zerstören?“, allesamt vom Gemeinderat unbeantwortet blieben.

Es gab auch keine Antwort auf die Frage, warum die Stadt Kenzingen ein Gebiet zur Bebauung ausweist, in welchem sie selbst keine Grundstücke besitzt. Auch die Frage nach den Folgekosten, wie z.B. Kindergartenplätze, Schulen, Sport, Kultur und vieles mehr, welche letztendlich ausschließlich die Bürgerinnen und Bürger zu tragen haben, blieb an diesem  Abend unbeantwortet. 

Im weiteren Verlauf dieser Sitzung kam das Thema der fehlenden Kindergartenplätze zur Sprache. Bürgermeister Guderjan wies darauf hin, dass bereits jetzt keine Plätze mehr vorhanden seien und zur Lösung des Problems nun Container aufgestellt werden müssen. 

Zur Bemerkung, „die Investoren wurden nicht gehört“, sei gesagt, dass es nicht darum geht, wie bebaut wird, sondern, ob überhaupt bebaut wird. Darüber haben nun die Bürgerinnen und Bürger zu entscheiden.


Badische Zeitung vom 19.11.2021 – Was den Pfannenstiel betrifft, entscheiden jetzt die Bürger

Badische Zeitung vom 19.11.2021 – Ein Erfolg für die Demokratie in Kenzingen

Leserbrief „Ein Baugebiet wird klimaneutral“

Leserbrief zum Artikel in der Badischen Zeitung vom 26.11.2021 „Ein Baugebiet wird klimaneutral“

Ein Baugebiet wird Klimaneutral ( Elzmättle Wasser) Bericht der BZ vom 26.11

ja, wir dürfen uns freuen, wieder wird durch die Erschließung eines neuen Baugebietes, die Welt ein bisschen „besser“ gemacht.

Weg mit der klimaschädlichen Wiese, den krankmachenden Obstbäumen und Sträucher, den gesundheitsschädlichen Kleinlebewesen, welche auf und im Boden leben!

Endlich wieder ein Stück hin zu einer „Verschlimmbesserung“ des globalen Klimas!

Warum ist das Klima mit Schlagwörtern wie „Klimanotstand, Klimakollaps etc. in den Vordergrund täglicher Schlagzeilen gerückt, warum arbeiten sich Organisationen wie Greenpeace oder Friday for Future, daran ab, was soll mit dem Kampf für ein gesundes Klima denn erreicht werden?

Es geht um nichts Geringeres als die Erhaltung dieses Planeten durch eine lebenswerte Umwelt mit den lebenswichtigen Ressourcen wie Sauerstoff, Boden und Wasser,ohne die ein Leben nicht möglich ist.

Täglich verschwinden in unserer Region hunderte Quadratmeter Boden unter Teer und Beton, der Bauboom macht selbst vor den ökologisch wertvollsten Naturräumen keinen Halt, die Naturschutzgesetze werden solange „ verbogen“ bis es für die jeweiligen Vorhaben passt.

Die Herstellung je Tonne Zement verursacht einen CO2 Ausstoß von 600Kg, wie viele Tonnen werden zur Errichtung eines neuen Stadtteiles benötigt, wie viele Tonnen an Teer für die Straßen, wie viel Holz, Metall, Glas, Kunststoffe, Energie usw.?

Die dann dort lebenden Menschen werden Auto fahren, Müll verursachen, Strom verbrauchen, heizen, usw.

Wie absurd erscheint dann der Gedankengang, ein Baugebiet könnte „Klimaneutral“ sein?

Wer ernsthaft für das Klima, also für eine, gesunde lebenswerte Umwelt etwas tun möchte, der muss vor allen Dingen die Zerstörung derselben durch exzessive Bebauung, Einhalt gebieten.

Da die nicht geschieht, sind alle anderen Diskussionen und Beiträge zu einer angeblichen Klimaneutralität nur leeres und verlogenes Geschwätz

Heidelinde und Ralf Görtler, Emmendingen

Axel Moser, Herbolzheim

BI „Jetzt langts“


Badische Zeitung vom 26.11.2021 – Ein Baugebiet wird klimaneutral

Erste gemeinsame Aktion mit „Le chaudron des alternatives“

Eine 7-köpfige Abordnung der Bürgerinitiative „Jetzt Langt’s“ traf sich am 06.11.21 zu einer ersten gemeinsam koordinierten Aktion mit dem französischen Kollektiv „Le chaudron des alternatives“. Ziel der Aktion war, gezielt Menschen auf den ungebremsten und rücksichtslosen Expansionsdrang des Europa-Park auf beiden Seiten des Rheins aufmerksam zu machen und unseren Unmut und Widerstand dagegen zu demonstrieren. Gäste einer zweitägigen Schiffskreuzfahrer von Straßburg nach Breisach mit einem Tagesausflug in den Europa-Park waren die Zielpersonen. Zu diesem Zweck empfingen Mitglieder von „Le chaudron des alternatives“ an der Schiffsanlegestelle in Straßburg die Gäste bei Reiseantritt am 05.11. mit Bannern und Infomaterial, während die Mitglieder der BI „Jetzt Langt’s“ dasselbe am 06.11. in Breisach bei Aufbruch der Gäste in den Europa-Park taten. 

Die Kooperation mit den französischen Kollegen ist noch neu, daher wurde der Rahmen für diese erste gemeinsame Aktion absichtlich klein gewählt um Erfahrung zu sammeln und sich auch gegenseitig die Solidarität zu zeigen. Weitere Aktionen werden sicher folgen. Man darf gespannt sein. 

BI „Jetzt Langt’s“

Leserbrief „Multimedia-Entwicklungszentrum“

Leserbrief zum Artikel in der Badischen Zeitung vom 16.9. „Europa-Park-Betreiber will Kreativcampus im Elsass bauen“

Multimedia-Entwicklungszentrum

Zum neuesten Expansionsvorhaben des Europa-Park-Tochterunternehmens Mack Next im Elsass stellen sich mir einige Fragen. Auch die Eigentümer des Europa-Park bekommen, wie wir alle, sicherlich mit, dass die Veränderungen und die Bedrohungen durch den Klimawandel an allen Ecken sichtbar werden. Das Thema steht auch im derzeitigen Wahlkampf bei allen Parteien – außer der AfD – an vorderster Stelle. Dass es nicht ein „Weiter so“, gerade auch beim ungezügelten Flächenverbrauch und bei sensiblen Flächen geben kann, ist fast beim Letzten angekommen.

Angesichts der Pläne im Elsass, bei denen das Multimedia-Entwicklungszentrum nur eines von mehreren des  Mack-Unternehmens ist, frage ich mich sehr ernsthaft, ob man hier die Klimadebatte nicht wahrnimmt. Muss es immer noch ein Mehr, Weiter, Größer geben, egal welche Schäden das letztendlich anrichtet? Wenn man zum aktuellen Vorhaben einmal die Begründung liest: Plobsheim sei wegen seiner idyllischen! Lage und des nahen Golfplatzes gewählt worden – eine Umgebung, die für kreative Entwicklungen nötig sei. Ist diese Einstellung nicht im höchsten Maße dekadent und arrogant gegenüber den Menschen, die für sich alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um z. B. ihren ökologischen Fußabdruck so niedrig wie möglich zu halten? 

Die EUROPA-PARK Gründer Mack kommen doch aus sehr geerdeten bodenständigen Verhältnissen und aus einer Region, deren Einzigartigkeit und Schönheit nicht durch unnötige Eingriffe zerstört werden sollte. Das Elsass gehört genauso dazu. Ich glaube ganz persönlich: Hier gehen Maß und Orientierung verloren. Führen die aktuellen und künftigen Herausforderungen im Hinblick auf die Klimakrise bei den Entwicklern solcher Pläne nicht zu der Einsicht, einen Gang runterschalten zu müssen? Und wenn es die „Kleinen“ tun, dann sollten die „Großen“ allemal als Vorbild vorangehen. Es kann nicht ein „Weiter so“ geben – auch nicht für den EUROPA-PARK und seine ständige Expansion. Wenn man doch international schon zu den Großen zählt, kann man nicht mal mit dem Erreichten weitestgehend zufrieden sein und kleinere Brötchen backen? Wie wäre es denn, sich mit weiteren Vorhaben auf das PARK-Gelände zu beschränken. Was für Städte und Gemeinden wegen des Landverbrauchs in Zukunft immer mehr gilt, nämlich „Verdichtung“, warum soll sich das nicht auch auf den EUROPA-PARK erstrecken? Wäre der Bau eines Multimedia-Entwicklungszentrums dort nicht denkbar? Und muss nochmal und nochmal ein Hotelkomplex gebaut werden? Ich erinnere mich an ein Interview mit Thomas Middelhoff, der gesagt hat, dass er in seiner Blase nicht mehr mitbekommen hat, was um ihn herum passiert. Liegen die Dinge hier vielleicht ähnlich?

Die Betreiber des Parks haben es im Tagesgeschäft hauptsächlich mit Kindern zu tun. Sehen gerade sie nicht, dass die noch eine Zukunft vor sich haben sollten, in der sie nicht durch gehäufte Wetterextreme, deren Schadensbehebung übrigens irgendwann nicht mehr finanzierbar ist, bedroht werden? Kommende Generationen haben ebenso einen berechtigten Anspruch auf Lebensqualität. Die Familie Mack alleine kann das Klima selbstverständlich nicht retten und es sollte sich natürlich niemand von außen anmaßen, am Geschäftsmodell von Unternehmern Einfluss zu nehmen. Hinterfragen und Kritik üben aber darf man schon. Und gerade der EUROPA-PARK sieht sich als Vorbildunternehmen. Hat er damit nicht auch eine gesellschaftliche Verantwortung bei Zukunftsfragen, die nicht nur sein eigenes Fortkommen angehen, sondern die viel weitreichender sind?

Ich würde mir wünschen, dass für den Spaß, und den will keiner jemandem madig machen oder gar wegnehmen, nicht noch wichtigere entscheidendere Dinge geopfert werden. Mit einer guten Werbestrategie könnten Kommunikations- und Public Relations-Spezialisten des Unternehmens EUROPA-PARK so ein „Slow Down“ zugunsten einer neuen umweltverträglichen Ausrichtung sogar super vermarkten. Im Sinne von Vorbild sein.

Heidi Wallmach-Jakob


Badische Zeitung vom 16.09.2021 – Europa-Park-Betreiber will Kreativcampus im Elsass bauen – Kritiker bangen um Natur

Badische Zeitung vom 10.09.2021 – Elsässer Umweltschützer kritisieren ein Bauvorhaben von Mack Next

Badische Zeitung vom 19.02.2020 – Mack investiert in Studio für digitales Design im Elsass

Badische Zeitung vom 08.04.2021 – Die Firma Mack Next will sich in Plobsheim im Elsass ansiedeln

Treffen der Bürgerinitiativen „Le chaudron des alternatives“ und „Jetzt langt’s“

           

Am Mittwoch 06.10. trafen sich Vertreter der beiden Bürgerinitiativen „Le chaudron des alternatives“ aus dem Elsass und „Jetzt langt’s“ von der badischen Seite zu einem ersten Kennenlernen in Séléstat.

Die Anliegen der beiden Interessengruppen sind nahezu deckungsgleich. Die Vertreter beider BI’s sind sich einig, dass der Bau des geplanten „Europa Vallée“ auf einer Fläche von bis zu 150 ha im elsässischen Diebolsheim mit allen Mitteln verhindert werden muss. 

Durch die Umsetzung dieses Projekts würde nicht nur wichtige landwirtschaftliche Nutzflächen unwiederbringlich vernichtet und die Landwirte vor Ort um ihre Existenz gebracht, man will damit auch Fakten schaffen. Die Verkehrsbelastung im Grenzverkehr wird in Folge stark anwachsen. Der Bau einer Seilbahn über das Naturschutzgebiet Taubergießen wird dann in den Augen der Projektverantwortlichen die logische und notwendige Konsequenz sein. Ein Projekt der Profitgier und Naturzerstörung unter dem Deckmantel der deutsch-französischen Freundschaft. Eben dieses Naturschutzgebiet ist nämlich bereits ein Projekt echter deutsch-französischer Freundschaft, wie es kein wertvolleres und schützenswerteres geben könnte. 

Der einhellige Beschluss des Abends war, sich von nun an grenzübergreifend zu vernetzen, um Informationen auszutauschen und gezielte Aktionen gemeinsam zu koordinieren.

Jetzt Langt’s und Le Chaudron des Alternatives, Bürgerinitiativen


Leserbrief: „Es wird nie genug sein“

Leserbrief zum Artikel in der Badischen Zeitung vom 17.9. „ Tourismus soll gestärkt werden“

Es wird nie genug sein

Mit einer zusätzlichen Marketingoffensive wollen die Bürgermeister der in der „Erlebnisregion Europa Park“ eingemeindeten Kommunen, dem Tourismus zusätzlich Schub verleihen.

Wohlgemerkt, nicht der Ortenau, dem Breisgau oder dem Hochschwarzwald sollen die gebündelten Initiativen zu gute kommen, sondern der „Erlebnisregion Europapark“, vermutlich wird man in Kürze auch die Region „Südbaden“ in „ Mackgau“ umbenennen!

Als ob die Tentakel des Europa Parks nicht schon längst alle Regionen zwischen Offenburg und Freiburg erreicht hätten, ist man der Meinung, dass es längst nicht genug sei.

Gemäß dem Motto: „ In der Zitrone ist noch Saft, also lasst uns die letzten Tropfen noch auspressen“,will man dem bereits vorhandenen Massentourismus, nun endgültig „ die Zügel schießen „ lassen.

Wie viele Hotels, Pensionen und Fremdenzimmer gibt es außerhalb des Europa Parks bereits in Rust, es müssen Hunderte sein!

In Ettenheim, insbesondere auch in Ringsheim, wachsen neue Hotels, neue Pensionen, neue Ferienhauskomplexe quasi über Nacht aus dem Boden!

Dazu kommt die ohnehin, angeblich grassierende „Wohnungsnot“, welches unsere zumeist bauwütigen Bürgermeister veranlasst, ein neues Baugebiet nach dem anderen zu erschließen, siehe jüngst Rheinhausen, der „ Hauptstadt der Baukräne“

Lesen kann man in dem Bericht nichts über Naturschutz (rudimentär ist ja noch ein bisschen was da) nichts über Klimaschutz, nichts über Luftverschmutzung und vor allem: nichts über das Recht der hier lebenden Einwohner nach einem lebenswerten Leben, also dem „Menschenschutz“.

Bereits jetzt herrscht Vielfältiger Mangel an fast allen Ressourcen, welche dieser schöne, einzigartige Planet uns zu Verfügung gestellt hat, aber unser Wohlstand reicht noch nicht, er wird nie reichen!

So werden wir lächelnd ( oder grinsend?) wie die Bürgermeister auf dem Foto in der BZ, unserem schnellen Ende entgegengehen, voll Glauben an einen angeblichen Fortschritt,( also ans Geld!) und unverantwortlich gegenüber künftiger Generationen!

Axel Moser

Brief an den Regionalverband Südlicher Oberrhein – Fortschreibung des Regionalplanes

Unser Brief an den Brief an den Regionalverband Südlicher Oberrhein zur Fortschreibung des Regionalplanes

Sehr geehrter Herr Neideck,

unsere Bürgerinitiative besteht aus einigen hundert Mitgliedern aller Altersklassen und aller Bevölkerungsschichten. Wir sind politisch unabhängig und keiner Organisation angeschlossen.

Die Gesamtfortschreibung des Regionalplanes aus dem Jahre 2017 hatte zum Ziel, die
„zunehmenden Raumnutzungskonflikte zwischen Siedlungs – und Verkehrsentwicklung einerseits und Landwirtschaft und Naturschutz andererseits, in Einklang zu bringen.“

Nun, 4 Jahre später, halten wir das ursprüngliche Ziel, eine gewisse Ausgewogenheit herzustellen, augenscheinlich für verfehlt!
Wir anerkennen die Bemühungen des Regionalverbandes, sehen aber eine Übergewichtung wirtschaftlicher Interessen zu Ungunsten der Schutzgüter Boden, Wasser, Natur und Landwirtschaft.

Der Flächenverbrauch hat infolge vieler Fortschreibungen von Flächennutzungsplänen exponentiell zugenommen!
So ist zwischen Freiburg und Offenburg eine nahezu zusammenhängende Siedlungsfläche entstanden mit einem minimalen Anteil nicht versiegelter Fläche.

Sollte dieser Entwicklung nicht Einhalt geboten werden, so ist binnen 10 Jahren die letzte Freifläche im Rheintal verschwunden!

Als Präzedenzfall einer ausufernden Entwicklung und als Beispiel, wie sehr wirtschaftliche Belange allen anderen vorgezogen werden, kann der Europa Park in der Ortenau genannt werden, dessen Expansion von den Genehmigungsbehörden in quasi „ vorauseilendem Gehorsam“, wenn nicht gerade unterstützt, so doch zumindest nicht verhindert wird.

Weiterer Flächenverbrauch für die Freizeitindustrie, für Hotels und Ferienwohnung bei gleichzeitiger Reduzierung wertvoller landwirtschaftlicher Flächen ist in höchstem Maße unverantwortlich!

Wir erwarten von den Entscheidungsträgern, in deren Händen unser zukünftiges Schicksal liegt, endlich anzuerkennen, dass ein unbegrenztes Wachstum unmöglich ist, ohne dabei die menschliche Lebensgrundlage und deren elementare Bedürfnisse zu zerstören!

Ein weiteres Bevölkerungswachstum in unserer Region verstärkt den Konflikt zwischen Mensch und Natur weiter.

Den Boden- und Immobilienspekulanten, welche an der Situation mitschuldig sind, muss die Grundlage entzogen werden!

Die Unternehmen und Industrien müssen in strukturschwache Regionen Deutschlands expandieren. Die Industrie muss zu den Menschen, nicht die Menschen zur Industrie. Dadurch entsteht ein zunehmendes Ungleichgewicht!

Geschätzter Herr Neideck, es gibt durchaus auch in Baden- Württemberg deutliche Stimmen prominenter Politiker und Bürgermeister, dass Wachstum seine Grenzen hat, bzw. kontrolliert und gebremst werden muss.
Davon haben wir hier im Rheintal noch nichts vernommen!

Wir erwarten seitens des Regionalverbandes eine Stellungnahme zu diesen Themen. Ein Moratorium zu diesen Themen ist unserer Meinung nach längst überfällig.

Es wird der Bevölkerung derzeit suggeriert, dass die wirtschaftlichen Bedingungen und der Wohlstand so bleiben könnten wie bisher, bei gleichzeitiger Rettung von Umwelt und Klima.

Dies entspricht in etwa der „Quadratur des Kreises“. Hier wünschen wir uns von den Mitgliedern des Regionalverbandes mehr konstruktiven Austausch. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Axel Moser