„Auf 2,77 Hektar entstehen 1000 Parkplätze“

Leserbrief

Mechthild Weiner, Ettenheim

Lahrer Zeitung

2,77 Hektar sind 27.700 Quadratmeter bestes Ackerland für Parkplätze des Europaparks. In einer Stadt würde der Quadratmeterpreis das Ansinnen stoppen für die intelligente, zeitgemäße Lösung eines Parkhauses. Beispiel dafür ist die Uniklinik Freiburg. Sie hat für die Beschäftigten ein Parkhaus errichtet, was sich nach Bedarf weiter aufstocken lässt. Sollte dieses heute nicht Standard sein? Wie kostbar ist uns die Umwelt? Nicht die schönen Worte, die Taten sind ausschlaggebend. Ins besonders der Europapark, am Rande des Naturschutzgebietes gelegen, könnte mit einem Parkhaus viel Fläche erhalten und so die Umwelt und Artenvielfalt unterstützen.

„Korridore für Wild und Fledermaus“

Leserbrief

Mechthild Weiner, Ettenheim

Badische Zeitung

„Für alle Problembereiche bei der Umsetzung der Wasserparkpläne des Europaparks sehen die Fachleute auch Lösungen“, so die Aussage bei der Infoveranstaltung in Rust, laut des o.g. BZ-Artikels. Doch wie es scheint, wurde das wichtigste Problem, das Thema Wasser nur nebensächlich behandelt. Der Grundwasserspiegel sowie die Grundwasserströmung, die für die Bebauung von Bedeutung sein könnten, wurden kurz erwähnt. Über die „Verschwendung“ vom kostbaren Gut Wasser für den Wasserpark, kein Wort.

Dabei geht es um das Grundwasser und um unser Trinkwasser, mit hervorragender Qualität. Die Folgen von großen Wasserentnahmen sind bekannt: Grundwasser und Trinkwasser können sich vermischen mit gravierenden Auswirkungen auf unsere Trinkwasserqualität.

Fakt ist, der Europapark verbraucht schon heute Unmengen an Wasser mit steigenden Tendenzen. 1999 waren es 20.000 Kubikmeter, 2012 bereits 700.000 Kubikmeter pro Jahr, laut BZ-Artikel vom 22.08.2012  „Ohne Clemens Disch läuft gar nichts“. Aus eigenen Tiefenbrunnen wird das Wasser für den Park gefördert. Der zusätzlich geplante Wasserpark benötigt weitere Unmengen an Kubikmeter Wasser. Ein dritter Tiefbrunnen im Naturschutzgebiet Feinschießen (für die zukünftige Trinkwasserversorgung als Reserve unerlässlich) soll geschlagen werden, um den Wasserbedarf des Wasserparks mit den neuen Hotels zu decken. Der Argumentation, die Notwendigkeit ergebe sich aus den wachsenden Gemeinden, kann man nicht folgen, da gemäß den Regionaldaten des statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom 16.01.2014 die Bevölkerungszahl in der Ortenau, in den betreffenden Gemeinden bis 2030 sinkt, außer in Ettenheim.

Ein Gutachten zum Wasserpark sagt aus, dass bis 2030 die Wasserversorgung der Gemeinden und des Parks mit dem dritten Tiefbrunnen gesichert sei. Was für ein Zeitrahmen. Was ist danach?

Das Thema Wasser wirft die Frage auf, wem gehört das Wasser? Ich denke den Bürgern und Bürgerinnen in der Region! Vielleicht wäre eine Erweiterung des Wasserzweckverbandes auf die umliegenden Gemeinden, landkreisüberschreitend angebrachter, um diese ebenfalls mit dem erstklassigen Trinkwasser zu versorgen, als einen Wasserpark zu planen. Hierzu zitiere ich aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie vom 23.10.2000 „Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss.“

Wie viel Europapark verträgt die Region noch?

Leserbrief

Stefan Rieder, Rheinhausen

„Stillstand ist Rückschritt“! Mit diesen Worten eröffnete Herr Thomas Mack in Ringsheim die Informationsveranstaltung zum geplanten Wasserpark des Europaparks. Auf einer Fläche von über 30 Hektar Ackerland soll ein Spaßbad der Superlative mit mehreren Hotels, mit ganzjähriger Öffnung, entstehen. Mit Hilfe neuester Technik sollen Filteranlagen für weniger Wasserverbrauch sorgen. Der Bau von zwei Gasturbinen (Kraft-Wärmekopplung) stellt die Versorgung des Bades nicht nur mit Wärme, sondern auch mit elektrischem Strom sicher.

Es ist geplant eine Fläche, die die Größe von mehr als 30 Fußballfeldern besitzt, zu versiegeln. Weitere 90 Hektar sind geplant!

Nur ein paar Kilometer rheinabwärts, in Schwanau, ist ein heftiger Streit über den wegen massiver Flächenversiegelung geplanten Bau des Polders Elzmündung entbrannt. Es kämpfen Bürger gegen den Bau eines Wasserrückhaltegebietes für die Elz und die zu erwartenden negativen Auswirkungen.

Die Gasturbinen werden viel Gas verbrennen, weil viel Wärme benötigt wird. Sie werden also viel klimaschädliches Co2 ausstoßen.

Eine erhebliche Erweiterung der Kläranlage steht unweigerlich an. Die Kosten hierfür wird jeder einzelne Bürger durch die Erhöhung der Wassergebühren tragen.

Der Wasserzweckverband Rust, Ringsheim, Kappel-Grafenhausen und Ettenheim fördert derzeit ca. 1Mio.m3 Trinkwasser aus zwei Bohrungen im Gewann Feinschiessen auf Ruster Gemarkung. Es handelt sich um kalkarmes Trinkwasser allerhöchster Qualität. Die Quellen werden u.a. durch das Niederschlagswasser des Naturschutzgebietes Elzwiesen  und den darunterliegenden Gesteinsschichten gefiltert und gespeist. Es ist geplant bis 2030 die jährliche Fördermenge auf 2Mio.m3 zu erhöhen (das sind 2Mrd Liter Wasser, ein Becken, das 1m hoch, 1m breit und 2000km lang ist!).

Es ist hinlänglich bekannt, dass die Sommer in unserer Region in Zukunft trockener werden. Es wird also künftig bei weniger Niederschlägen die doppelte Menge Wasser entnommen! Hier ist der steigende Wasserbedarf der Landwirtschaft in trockenen Jahren noch nicht berücksichtigt. Was passiert, wenn die Quellen wegen zu hoher Entnahmemengen versiegen? Die Fachleute sehen anscheinend keine Probleme.

Vor dem Hintergrund, dass die Stadt Herbolzheim als Nachbargemeinde auf der Suche nach einem neuen Trinkwasserbrunnen ist und auf eigener Gemarkung nicht fündig wird, sollte man eigentlich annehmen, dass man den Herbolzheimer Bürgern das Wasser zugänglich macht. Sollte sich die Fördermenge des Feinschiessenwasser tatsächlich erhöhen lassen, darf dieses Wasser nicht in einem Spaßbad sinnlos vernichtet werden. Zumal es in näherer Umgebung genügend Bäder gibt.

Bei einer erhöhten Fördermenge bleibt auf jeden Fall ein gewisses Restrisiko. Dieses ist, wie gering es auch sein mag, auf jeden Fall zu hoch, um für eine Spaßgesellschaft die Lebensgrundlage Wasser aufs Spiel zu setzen. 

Ein Negativbeispiel in Punkto Flächenverbrauch, Wasserverbrauch und Energieverschwendung. Dieses Bauvorhaben entspricht genau dem Gegenteil dessen, was unseren Kinder von klein auf gelehrt wird.

Auch in Staufen sahen Fachleute keine Probleme. Bei der Absenkung des Dammes des Leopoldskanals auf Höhe des Taubergießens sahen die Fachleute keine Probleme—Die Folgen sind bekannt.

Auch wenn verschiedene Bürgermeister der Region von diesem Projekt aufgrund der zu erwartenden Steuereinnahmen begeistert scheinen, stellt sich für mich die Frage: wie viel Europapark verträgt die Region noch?

Stillstand, sehr geehrter Herr Mack, wäre bei diesem Projekt für die Umwelt, die Natur und die gesicherte Wasserversorgung der Bürgerinnen und Bürger der Regio kein Rückschritt, sondern ein großer Fortschritt.